Die königsindische Verteidigung verspricht per se eine spannende Partie, hier haben wir in jeder Phase einen äußerst inhaltsreichen Verlauf. Gespielt wurde sie von Eva 2011 beim Damenvierländerkampf.
Das Mittelspiel und Endspiel ist geprägt von einer sehr einfallsreichen Idee die weiße Dame am Königsflügel gänzlich aus dem Spiel zu sperren (18. … g5) um mit den verbleibenden Figuren am Damenflügel die Oberhand zu gewinnen. Dieses Übergewicht wird immer deutlicher je mehr Figuren abgetauscht werden. Das entstandene Endspiel scheint einfach gewonnen zu sein, wie sich aber herausstellt gibt es jede Menge Schwierigkeiten zu überwinden und die weißen Verteidigungsressourcen sind nicht zu unterschätzen. Seht es euch selbst an.
In der Eröffnungsphase gab es einige interessante Alternativen und wir schauen uns eine interessante, für die königsindische Verteidigung typische Angriffsmethode an um gegen den in der Mitte stecken gebliebenen weißen König vorzugehen.
Die Kommentare sind sehr ausführlich, was vor allem der Tatsache geschuldet ist, dass die Partie in allen 3 Partiephasen sehr inhaltsreich ist und sich in ihr ein wahrer Fundus an Ideen verbirgt, den es lohnt zu entdecken. Viele der Abspiele sind keineswegs forciert und wer danach sucht wird vielerorts Verbesserungen für beide Seiten finden können. Mein Ziel ist es durch diese langen Zugfolgen einen Grundgedanken klar ersichtlich darzulegen, und zu zeigen wie dieser für eigene Partien als Leitfaden bzw. Strategie dienen kann.
Ich wünsche allen viel Spaß beim Nachspielen und gratuliere Eva zu der schönen Idee die Dame auf h6 einzusperren, was schlussendlich auch zum Gewinn der Partie geführt hat.
[pgn]
[Event „20. Damenvierlaenderkampf 2011“]
[Site „Eisenstadt“]
[Date „2011.06.13“]
[Round „3.4“]
[White „Huber, Elke Carola“]
[Black „Unger, Eva“]
[Result „0-1“]
[ECO „E81“]
[WhiteElo „1651“]
[BlackElo „1843“]
[Annotator „Mario Milanollo“]
[PlyCount „108“]
[EventDate „2011.06.11“]
[EventType „team“]
[EventRounds „3“]
[EventCountry „AUT“]
[WhiteTeam „Steiermark“]
[BlackTeam „Burgenland“]
1. d4 d6 2. c4 Nf6 3. Nc3 c6 4. e4 g6 5. f3 Bg7 6. Be3 O-O 7. Nge2 Nbd7 ({
Die Hauptvorsetzung ist} 7… e5) ({auch} 7… a6 {wird hier häufig gespielt.}
) 8. Qd2 Nb6
({Spätestens hier ist jedoch der thematische Vorstoß üblich:}
8… e5 {[#] und } 9. d5 cxd5 10. cxd5 a6 11. g4 h5 12. g5 Ne8 13. Nc1 { ist die
Hauptfortsetzung.})
9. Nc1
{Es ist verständlich, dass der Springer dem
weißfeldrigen Läufer den Weg frei machen möchte, aber das geschieht besser
über g3. Der Springer trägt auf c1 wenig zum weißen Spiel bei und
verhindert zusätzlich die Aktivierung des Turmes auf a1. Sorge wegen h5 ist
unbegründet, da Weiß genügend Zeit hat den Läufer nach d3 zu entwickeln.}
( 9. Ng3 h5 10. Bd3 h4 11. Nge2 {Und Weiß steht ein wenig besser.})
({Alternativ kann c4 mittels} 9. b3 {[%csl Rb6] gedeckt werden. Dies stellt die
Positionierung des Springers auf b6 in Frage,
zumal} d5 10. c5 Nbd7 11. e5 Ne8 {keine Option ist.})
9… Qc7 10. g4
({mittels} 10. Bd3 e5 11. N1e2 {könnte Weiß Läufer und Springer aktivieren und die Rochade vorbereiten.})
10… e5 $6 {[%csl Rd6]}
({Dieser Zug schwächt nachhaltig das Feld d6.
Eine bessere Alternative bestand in} 10… Be6 11. b3 a5 12. a4
({vor} 12. g5 {muss sich Schwarz nicht fürchten. Der Springer steht auf} Nh5 {OK. Bspw.} 13. Nd3 a4 14.
Rc1 axb3 15. axb3 {und mit} f6 {kann Schwarz versuchen weitere Linien gegen
den unrochierten weißen König zu öffnen.})
12… Nfd7 {[%cal Rd4d5] mit kompliziertem Spiel.
d5, um den Läuder e6 zu fangen, ist aufgrund des Ta1 und der schwachen Springerstellung auf c3 aktuell nicht möglich.})
11. d5 $6
({Um die entstandene Schwäche auf d6 auszunutzen wäre geeignet gewesen:}
11. dxe5 dxe5 12. c5 {[%csl Gd6][%cal Gc5d6]} Nbd7 13. Nb3 {[#] bis hier ist die
Zugfolge forciert. Weiß steht besser bspw.} Rd8 14. O-O-O b6 15. g5 Ne8 16. h4
Bb7 17. Qf2 Nxc5 18. Nxc5 Rxd1+ 19. Kxd1 bxc5
({und} 19… Rd8+ $2 {geht nicht wegen} 20. Nd3)
20. Bxc5 $16)
11… cxd5 12. Nb5 Qd8
{[%csl Re3,Rf2,Rf4,Rg3, Rh4][%cal Gd8h4] Hier schielt die Dame Richtung h4, von wo sie die
schwach gewordenen Felder um den unrochierten weißen König ausnutzen kann.}
13. cxd5 a6
({Hier hat Schwarz gegen den nicht rochierten weißen König und aufgrund des passiven Springers auf c1, sowie des generellen weißen
Entwicklungsrückstandes eine interessante Angriffsmöglichkeit. }
13… Bxg4 14. fxg4 Nxe4 {[#] und Weiß steht schon sehr schwierig. Die folgenden Abspiele sind nicht forciert, zeigen aber das Angriffspotential gegen den weißen König auf. Selbst der Damentausch um sich ins Endspiel zu retten hilft wohl nicht um die weiße Stellung zu retten. Bspw:}
15. Qd3
({einzig spielbar scheint} 15. Qg2 Qh4+ 16. Kd1
({Bei der Alternative} 16. Bf2 Nxf2 17. Qxf2 Qxg4 18. Nc3 e4 {hat Schwarz ebenfalls 3 Bauern für die Figur, sowie starken Angriff.})
16… Nxd5 17. Qxe4 Qxg4+ 18. Qxg4 Nxe3+ 19. Ke2 Nxg4 $15 {mit aktuell 4
Bauern für die Figur. Schwarz kann das Endspiel vor allem aufgrund der
unkoordinierten weißen Figuren auf Gewinn spielen. Schwierig für Weiß ist} 20. Nxd6 Rad8
21. Nxb7
({auch} 21. Ne4 f5 22. Bh3 Nf6 23. Nxf6+ Bxf6 {vereinfacht die Aufgabe von Weiß nicht.})
21… Rb8 22. h3 Nf6 23. Nd6 Rxb2+ 24. Ke1 e4 {mit deutlich besserer Stellung})
15… Qh4+ 16. Kd1 Qxg4+ 17. Be2 Qh4 {und Schwarz hat neben den 3 Bauern weiterhin starken Angriff.})
14. Nc3 Bd7 15. Bh6 $2 {Dieser Zug ist ein Fehler. [#]}
15. Rc8
({Die Wiederlegung wäre:} 15… Nxe4 16. Nxe4 Qh4+ 17. Qf2 Qxf2+ 18. Kxf2 Bxh6 {mit komplizierter, aber deutlich vorteilhafter
Stellung.})
16. h4 Ne8 $6
({Auch jetzt noch kann Schwarz eine klar vorteilhafte Stellung erreichen, mittels:} 16… Bxh6 17. Qxh6 Na4 {[%cal
Gd8a5,Rg4g5,Rf6h5] Mit dem Ziel die Dame auf die Diagonal a5-d1 (oder b6
mit Angriff gg. b2) zu bringen. Der Springer verschließt die h-Linie und
bremst den weißen Angriff.}
18. Nxa4
({falls}18. Qd2 { so } Nxc3 19. bxc3 Bxg4 20. fxg4 Nxe4 21. Qd3 Nxc3 { mit Vorteil})
({oder} 18. h5 Nxc3 19. hxg6 fxg6 20. bxc3 Rxc3 {ebenfalls mit Vorteil})
18… Bxa4 19. Bd3 Qb6 {[%csl Re3,Rf2]} 20. Qd2 Bc2 21. Bxc2
(21. a3 Bxd3 22. Nxd3 Rc4 {[%csl Rd4,Re3, Rf2,Rg3][%cal Rc8c1] und Verdoppelung der Türme auf der c-Linie sowie Spiel
auf den schwachen schwarzen Feldern.})
21… Qxb2 {und der Turm dringt auf der 2ten Reihe ein})
17. h5 Bxh6 18. Qxh6 g5
{mit der sehr interessanten Idee die weiße Dame vom Spiel auszusperren. [#]}
({Spielbar, jedoch weniger stark, und bei weitem nicht so interessant wie die
Dame auszusperren, ist auch} 18… Nf6 {Weiß darf es nicht übertreiben –
nach} 19. hxg6 fxg6 20. g5 Nh5 21. Rxh5 gxh5 22. Qxh5 {ist der Angriff
abgeschlagen und Schwarz steht auf Gewinn.})
19. Bd3 f6
{[%csl Gf6,Gf8,Gg5,Gh7] „Materiell“ ist die Situation nicht leicht zu verstehen, da zum Binden der weißen
Dame, seitens Schwarz König, Turm und 3 Bauern benötigt werden und Weiß keine
Aufbruchsmöglichkeit hat um die Dame zu befreien. Im weitesten Sinn sind alle
Bauern (weiße, als auch schwarze) auf den Linien d-h an dieser Einsperrung
beteiligt. Es ist nicht möglich die Dame auf h6 zu fangen. Daher wird das
Zusammenspiel der verbleibenden Figuren am Damenflügel den Ausgang der Partie
entscheiden. Wenn es Schwarz gelingt Figuren abzutauschen und in die weiße
Stellung einzudringen spielt Schwarz „mit Dame gegen Turm“. Im höheren Sinn
hat Schwarz dadurch positionellen (und materiellen) Vorteil. Weiß wird
versuchen die Stellung geschlossen zu halten, Abtäusche zu meiden und die
Einbruchsfelder auf der c-Linie abzudecken.}
20. N1e2 Nc4 21. b3
(21. Bxc4 Rxc4 22. b3 Rc8 23. O-O Qb6+ 24. Rf2 Qa5 25. Rc1 b5 {und Schwarz wird nach und
nach am Damenflügel die Oberhand gewinnen.})
21… Nb6
({mittels des ungewöhnlichen aber starken Zuges} 21… Nb2 22. Kd2 Qb6 23. Rac1 Qa5 24. Bb1 Bb5 25. Rc2 Bxe2 26. Kxe2 Rxc3 27. Rxb2 {
könnte Schwarz einige Abtäusche erzwingen. Die Dame wird nun unweigerlich in
die weiße Stellung eindringen und rasch den Gewinn erzwingen.
Sb6 schließt für einige Zeit die Dame vom Spiel am Damenflügel aus und ermöglicht Weiß
die Verteidigung zu organisieren und die Einbruchsfelder abzudecken.})
22. O-O Ng7
{Zum Binden der Dame ist der Springer nicht notwendig. Nach diesem Zug sind
Turm und Springer damit beschäftig die Dame zu binden, was weitestgehend
einem materiellen Gleichgewicht entspricht. Andererseits: Sollte es Schwarz gelingen, den
Turm unter Deckung (bspw. durch De7) des f6 Bauern auf den
Damenflügel zu bringen und danach mit dem Springer auf e8 den f6 Bauern zu decken,
würde sich die schwarze Stellung deutlich verbessern. Dieses Manöver ist aufgrund
der momentanen „Verstopfung“ auf der 8ten Reihe nicht möglich. Die mit dem Springermanöver verlorene Zeit kann Weiß dazu nutzen seine Position am Damenflügel zu verstärken und die
schwarzen Figuren zurückzudrängen.}
23. Kh1
({In Übereinstimmung mit dem Kommentar zum vorherigen Zug wäre}
23. a4 Qc7 24. a5 Qc5+ 25. Kg2 Na8 {richtig um das Zusammenspiel der schwarzen Figuren zu stören.} {Bspw.} 26.
Rfd1 Qb4 27. Bc4 {[#] Die Dame kann alleine keinen Schaden anrichten und falls
Schwarz es mit „Gewalt“ probiert:} b5 28. axb6 Nxb6 29. Rxa6 Nxc4 30. bxc4 Ne8
31. Rb1 Qxc4 {ist nicht ersichtlich wie er die Figuren, die sich immer noch
auf der 8ten Reihe im Weg stehen aktivieren kann. Den Turm mittels Tf7 auf der siebten Reihe auf den
Damenflügel zu bringen wird durch die Position des Läufers auf d7 verunmöglicht. Die weißen Türme kontrollieren den Damenflügel und
die beiden Springer decken sich gegenseitig.} 32. Ra7 Rf7 33. Rb2 Qc5 34. Ra1 {[#]
Weder der Tc8, noch der Ld7 haben Felder auf die sie ziehen können. Als Folge
können auch der Springer (der sinnhafterweise die Aufgabe verfolgt den
f6-Bauern zu decken) und der Tf7 nicht aktiv am Spiel teilnehmen.})
23… Qe7 24. Nd1 Rc7 25. Ne3 Rfc8
{Schwarz ist es gelungen den Turm zu aktivieren. Im
Moment sind zum Einsperren der weißen Dame allerdings die schwarze Dame und
der Springer beschäftigt.}
26. Nc4
({Im Falle von} 26. Rfc1 Rxc1+ 27. Rxc1
Rxc1+ 28. Nxc1 Ne8 29. Kg2 Qd8 30. Ne2 Qc7 {hätte Schwarz seinen Plan
umgesetzt. [#] Die Türme sind abgetauscht, der Springer hält die Dame in Schach
und die Dame auf c7 steht bereit im Kampf gegen eine weiße Leichtfigur. Noch
sind jedoch alle Einbruchsfelder abgedeckt. Es ist jedoch absehbar, dass Weiß
die Züge ausgehen werden und die Dame bspw. über c5 – a3, oder c5 -a5 -d2(e1)
eindringen wird.})
26… Nxc4 27. Bxc4 b5
({Ein rasches Eindringen erzwingt das weniger intuitive } 27…
Bb5 28. Bxb5 axb5 29. Rf2 b4 30. Kg2 Rc2 $17 {[%csl Gb4,Rc2,Gc3,Rc8,Ye7,Ge8,
Gf6,Gg5,Gh7][%cal Gg7e8,Re2g3,Rg3f5] [#] Der Springer g7 steht bereit nach e8 zu
ziehen und alleine die Dame vom Spiel auszusperren. Der Bauer b4 nimmt dem
weißem Springer das Feld c3. Einzig auf das Manöver Springer e2-g3-f5 mit
eventuellen Drohungen gegen d6 und den König muss Schwarz aufpassen.})
28. Bd3 a5 {[%csl Gc1,Gc2,Gc3,Gc4,Rc5,Gc6,Rc7]}
29. Rfc1 $6
{Weiß darf die Türme nicht abtauschen um die Einbruchsfelder abdecken zu können, besser ist daher
bspw. 29. Kg2 und Schwarz muss erst noch zeigen wie er am Damenflügel eindringen kann.}
29… Rxc1+ 30. Rxc1 Rxc1+ 31. Nxc1
{[%csl Ra3,Rb4,Gc1,Rc5,
Rd4,Gd7,Re3,Ye8,Rf2,Gf5,Yf6,Yg5,Yg8,Yh7][%cal Yg7e8,Rd8c7,Rc7c3,Rc7c5,Rc5g1,
Re7d8] [#] Jetzt hat Schwarz ein gewonnenes Endspiel. Der Springer wird gemeinsam
mit den 3 Bauern die Dame weiterhin vom Spiel aussperren (gelb). Der Läufer
auf d7 tauscht sich gegen einen auf f5 auftauchenden Springer ab und
neutralisiert damit jede Gefahr. Die Dame wird über d8-c7-c5(c3) in die
weiße Stellung auf den schwarzen Feldern eindringen und im Spiel gegen den
weißen Läufer siegreich sein.}
b4 $2
({Danach kann Weiß sich überraschend
halten (siehe Zugfolge im nächsten Kommentar).
Einfach gewonnen hätte.}
31…Qd8 32. Ne2 Ne8 {Damit ist die weiße Dame gemäß dem im vorigen Zug dargestellten Plan völlig
demobilisiert. Sie wird von König und Springer in Schach gehalten. Mit Dame
und Läufer kann Schwarz nun angreifen und in die weiße Stellung eindringen.}
33. Kg2 Qb6 34. Ng3 Qd4 35. Be2 a4 36. bxa4 Qxa4 37. Kf1 Qxa2) {Der Bauer auf b5 nimmt dem weißen Läufer das Feld c4}
32. Ne2
({Die Partie hält überraschend:} 32. Bc4 Ne8 33. Kg2 Qd8 34. Nd3 Qb6 {und jetzt folgt
:} 35. Nxe5 $3 {[#]}
dxe5
(35… fxe5 36. Qxg5+ Kf7 37. Qh6 Kg8 38. Qg5+ {und Schwarz muss in die Zugwiederholung einlenken, da er nach Kh8
bereits schlechter stünde.})
36. d6+ Be6 37. Bxe6+ Kh8 38. Qf8# {führt zum Matt})
32… Ne8 33. Ng3 Qf7
({besser} 33… Qd8 {um in die
weiße Stellung einzudringen. Der Springer hält die Dame alleine in Schach.})
34. Nf5 $2
{dieser Abtausch verliert rasch. Aber auch wenn Weiß sich ruhig
verhält kann er die Partie nicht mehr retten.}
(34. Kg2 a4 35. bxa4 Bxa4 36.
Bc4 Qc7 37. Nf5 Qd8 38. Kf1 Bd7 39. Bb3 (39. Ng3 Qb6) 39… Bxf5 40. gxf5
{und Schwarz erzwingt nun den Abtausch des Springers.} Qd7 {kontrolliert die
Diagonale e8-a5} 41. Ke1 Qb5 42. Kf2 Qa6 {[#] nun wird die Dame eindringen. Der Bauer h5 ist dann nicht mehr zu halten: } 43. Kg1
({oder} 43. Ke3 Qf1 44. Ba4 g4 {[%cal Gf1c1,Rc1h6] und der Bauer ist wegen Dc1+ tabu.})
43… Qd3 44. Kf2 Qd2+ 45. Kg1 Qe3+ 46. Kg2 Qe2+ 47. Kg3 Qf1 48. Ba4 Ng7 49. Kh2 (49. Qxf6) 49…
Qf2+ 50. Kh1 Qxf3+ { und gewinnt.} )
34… Bxf5 35. gxf5 Qb7
({mittels} 35… Ng7 36. Kg2 Nxh5 $19 {könnte Schwarz den Bauern h5 gewinnen.})
36. Kg2 Qb6 $2
({ Der Damentausch mittels Dg7 gewinnt in Folge den Bauern h5. In diesem Endspiel
ist der Springer dem Läufer deutlich überlegen, was vor allem daran liegt,
dass alle schwarzen Bauern auf den schwarzen Feldern stehen und daher keinen
Angriffen durch den Läufer ausgesetzt sind. Bspw.:} 36… Qg7 37. Qxg7+ Kxg7
38. Bb5 Nc7 {[%csl Ga6,Gb5,Ge8] Hier deckt der Springer alle aktiven Felder
des Läufers ab.} 39. Be2 Kh6 40. Kf2 Kxh5 41. Kg3 Kh6 42. Kg4 Ne8 43. Bd3 Ng7
44. Bc4 Nh5 45. Ba6 Nf4 {[%cal Gh6g7,Gh7h5] und nach Kg7 und h5 wird Schwarz
seinen Mehrbauern zur Geltung bringen.})
37. Bc4
{Die Stellung ist nun wieder ausgeglichen. Die Verteidigungsidee von Weiß ist wie folgt: Sobald die Dame die
Kontrolle über b5 aufgibt, den Läufer nach b5 zu spielen und den Springer
auf e8 anzugreifen. Damit droht Weiß seine Dame aus der Gefangenschaft zu
befreien. Die schwarze Dame kann alleine nicht gegen den weißen König
gewinnen. Zurück zum Damenabtauschplan (g7) kann Schwarz im Gewinnsinne nicht
mehr schwenken, da der Läufer auf b5 den Springer dominiert und der Bauer h5
sich nach h6 retten kann – siehe dazu 37… Dc7}
Qd8
(37… Qc7 38. Bb5 Qg7 39. Qxg7+ Nxg7 40. h6)
38. Bb5 Nc7 39. Bc4 $4
{Weiß muss unbedingt den Läufer auf der Diagonale e8-a4 belassen. Mit dieser Verteidigungsidee kommt Weiß
nach Damentausch auf g7 rechtzeitig um den h5-Bauern zu decken. Bspw.:}
(39. Bc6 Qe7 40. Kg3 Qg7 41. Qxg7+ Kxg7 42. Kh3 Kh6 43. Kg4 Na6 44. Bb5
{[#] Hier bewacht der Läufer die Diagonale a6-f1 und verhindert die Aktivierung des
Springers über d3.}
Nc5 45. Be2 {Schwarz verbleibt der Gewinnversuch:} a4 46.
bxa4 Nxa4 47. Bb5 Nc3 48. Bc4 Nd1 49. Be2 Ne3+ 50. Kg3 Kxh5
{mit Gewinn des h5-Bauern. [#] Ein Abzugsschach mit Schwächung der schwarzen Bauernstruktur hält
die Partie jedoch im Gleichgewicht,}
51. f4+ Kh6 52. fxe5 fxe5 53. Kf3 {mit Angriff auf den Springer. Und nach} Nc2 54. Kg4 {
[#] hat Schwarz keine Möglichkeit die Stellung zu verstärken.} )
39… Qe7
{Die Stellung ist nun wiederum gewonnen – Der Plan ist Damentausch auf g7, und dann schaltet sich der Springer
über e8-g7 ein um den Bauern h5 zu gewinnen.}
40. Kh3 Na8 $2 $11
{Dies ist jedoch der falsche Plan}
41. Bb5 Nb6 42. Kg2 Kh8 43. Kh3 Kg8 44. Kg2 Na8 45. Kh3 Nc7 46. Bc4 $4
{Verliert wieder, es gilt die gleiche Argumentation wie bereits im 39.
Zug. Weiß muss den Läufer auf der Diagonale e8-a4 halten.}
46… Ne8
({Einfach gewinnt wiederum, } 46… Qg7 {aber auch Se8 ist ausreichend})
47. Bb5 Ng7 48. Bc6 Qf7 49. Kg4 Qe7
({sofort gewinnt} 49… Qa7 {, diesen Zug findet Schwarz 2 Züge später.})
50. Kh3 Qf7 51. Kg4 Qa7
{[#] Nun gibt es für den weißen König kein Entkommen mehr }
52. Qxf6 Qg1+ 53. Kh3 Qh1+ {[%csl Gg3][%cal Gg7h5]} 54. Kg4 Qh4# 0-1
[/pgn]
